Einfachheit Selbstentwicklung

Ausmisten – Tipps und Trends

Ausmisten

Heute Morgen fühle ich mich wunderbar. Befreit und leicht.

Kein Wunder – ich habe die vergangenen Tage mit Ausmisten verbracht.

Draußen hat es geregnet – was gibt es da besseres als den alten Plunder loszuwerden?
Denn obwohl ich von Grund auf minimalistisch veranlagt bin, sammeln sich trotzdem immer wieder Dinge an, die ich weder mag noch wirklich brauche.
 
Da stand ich nun im Keller – zwischen all den bunten Kisten und Karton – und wieder einmal ist mir so richtig klar geworden, wie verpflichtend Besitz doch ist:
Erst arbeitet man wie wild und verdient Geld. Dann kümmert man sich darum, die richtigen Dinge zu finden und zu kaufen.
Jetzt will all das gepflegt und beherbergt werden. Und wenn man sich dann entscheidet, dass die Dinge wieder gehen dürfen, verbringt man das Wochenende im Keller, auf dem Wertstoffhof (ja sowas gibt es in Bayern) oder bei Ebay, um alles wieder loszuwerden.
 
Pah! Komisch ist das mit dem Konsum.
 

Obwohl ich jedes Jahr besser werde, ist es auch für mich nicht einfach, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Irgendwie scheinen die Dinge eine Begabung zu haben, sich in einer unbeobachteten Ecke zu sammeln und immer mehr zu werden.

 

Und dann packt es mich und ich miste aus. Und wenn ich erstmal begonnen habe, macht es richtig Spaß!

Ein kluger Mann hat einmal zu mir gesagt, dass beim Aufräumen beide Gehirnhälften beansprucht werden. Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es sich manchmal fast therapeutisch anfühlt.
Das radikale Entrümpeln wirkt dann wie ein Schlussstrich unter Vergangenes.
 
Wenn ich etwas wegwerfe, löse ich alte Bindungen und bin bereit für Neues. Und das fühlt sich großartig an. Ich kann entscheiden, was ich wirklich brauche und auf was ich in Zukunft verzichten kann. Oh du schöne Leichtigkeit!
 

Aber auf ein paar Dinge solltest du beim Ausmisten achten:

 
– Langsam machen – Ausmisten ist anstrengend. Schließlich bist du in den Tiefen des Kellers ständig mit der Vergangenheit konfrontiert. Es gab ja mal Zeiten, da hatten all diese Dinge eine Bedeutung für dich.
 
– Beachte die einfache Grundregel für den Umgang mit den Dingen: es gibt tatsächlich nur zwei Gründe, etwas zu behalten. Entweder du liebst es – oder du brauchst es. Fällt ein Teil nicht in eine dieser beiden Kategorien, darf es gehen.
 
– Wegschmeißen ist gut. Weitergeben ist besser. Klar, wenn du schon dabei bist, möchtest du am liebsten alles einfach auf einen Haufen werfen und entsorgen. Weg damit. Aber viele Dinge haben es verdient, weiter verwendet zu werden. Deshalb rate ich dazu, die Dinge dankbar und respektvoll weiter zu geben.
Damit das trotzdem schnell geht – schließlich möchtest du den Freiraum so schnell wie möglich genießen – stelle ich das, was noch funktionstüchtig ist, bei Ebay Kleinanzeigen ein. Meistens kostenlos. Immer melden sich innerhalb von Minuten Leute, die Verwendung für meine Sachen haben und sie auch noch bei mir abholen. Großartig.
 

Ausmisten ist ein großes Thema.

Es gibt unzählige Bücher dazu. Zur Zeit ist die Japanerin Mari Kondo in aller Munde. Sie hat eine Methode zum Aufräumen entwickelt, die sinnigerweise KonMari Methode heißt. Und sie hat ein Buch geschrieben. Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert.
 
Das klingt sehr spannend und steht auf meiner „to read“ Liste. Mari Kondo rät dazu, die Dinge anzufassen und je nach Gefühl zu entscheiden, ob man sie behalten möchte. Nach dem Motto: mit welchen Dingen möchte ich in Zukunft zusammenleben?
 

Immer geht es darum, Dinge um dich zu sammeln, die dir Freude bereiten und dich inspirieren.

Du setzt dich also damit auseinander, wie du sein und wie du leben willst – und entdeckst, was dir wirklich wichtig ist.
Denn Aufräumen und Ausmisten hat etwas mit deiner Persönlichkeit zu tun – mit deiner Haltung.
Das macht es so spannend und manchmal auch so schwierig.
 

Aber genau das ist es, was dich danach so glücklich macht!
 
Schenke deinem Leben mehr Zen!

 
 
Und hier geht es zu dem Buch von Mari Kondo 
 
 
Ausmisten, Aufräumen. Ist das ein Thema für dich?
Kennst du dieses Glücksgefühl, wenn du mal so richtig entrümpelt hast?

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17 Comments

  • Reply
    Tom Stämpfli
    8. Juni 2016 at 9:57

    Liebe Sabine
    Danke für diesen wunderbaren Post. Entweder Du liebst es – oder Du brauchst es. Das ist es! Wie so oft ist die Lösung ganz einfach. Alles Liebe, Tom

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      8. Juni 2016 at 10:05

      Hey Tom, ich habe tatsächlich noch keinen anderen wirklich guten Grund gefunden, etwas aufzuheben. Freu mich, dass ich dir weiterhelfen konnte! Lieben Gruß an dich, Sabine

  • Reply
    Birgit Geistbeck
    8. Juni 2016 at 10:59

    Bei mir haben die Dinge auch eine Begabung, „sich in einer unbeobachteten Ecke zu sammeln und immer mehr zu werden.“ Und das, obwohl ich wirklich darauf achte, nur das zu kaufen, was ich wirklich brauche. Ich glaube ja, dass sich nicht die Dinge vermehren, sondern sich unsere Sichtweise ändert. Was ich letztes Jahr noch nicht loslassen konnte, kann ich vielleicht dieses Jahr.

    Gestern habe ich unseren Eingangsbereich einer gründlichen Reinigung unterzogen. Und dabei bin ich auch alle Sachen durchgegangen. Und siehe da, es durfte wieder eine kleine Mülltüte voll mit Dingen gehen, obwohl ich dort im Januar entrümpelt habe. Meine Sichtweise hatte sich schon wieder geändert.

    Entrümpeln ist einfach ein stetiger Prozess.

    Liebe Grüße
    Birgit

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      8. Juni 2016 at 11:04

      Hallo Birgit – da stimme ich dir zu. Manchmal braucht es eine Weile, bis man Dinge gehen lassen kann. Was heute noch wichtig ist, erscheint morgen vielleicht überflüssig. Danke für deinen Beitrag! Liebe Grüße, Sabine

  • Reply
    Caroline
    12. Juni 2016 at 21:20

    Liebe Sabine, dieses Thema wird mich auch noch die nächsten 7 Wochen Herausfordern. Gewisse Dinge müssen erst „beiseite“ gestellt werden, bevor man sie gehen lassen kann! Loss lassen, ist nicht immer einfach.. Es braucht Zeit. Zeit, die man manchmal nicht hat! Viele Grüße, Caroline

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      13. Juni 2016 at 9:20

      Liebe Caroline, ja, so geht es mir auch. Manchmal müssen die Sachen einfach noch eine Weile im Keller stehen, bevor ich mich dann entgültig von ihnen trenne. Vor allem, wenn sie einmal wichtig für mich waren. Wünsche dir, dass du die Herausforderungen der kommenden Wochen gut meisterst! Ganz liebe Grüße! Sabine

  • Reply
    Sandra
    25. Juni 2016 at 20:48

    Liebe Sabine, gerade habe ich auch zwei Umzugskartons wegminimiert. Sie standen nicht im Weg, aber das Zeug brauchte ich nicht mehr. Da es mir sowieso momentan nicht gut geht, hat dieses Ausmisten und Loslassen mit noch besser getan als sonst schon. Ich mache mittlerweile langsam, weil ich sowieso nicht mehr viel besitze. Da findet man nicht immer mehr was, es braucht Zeit sich von manchen Dingen trennen zu können. Aber heute hat es richtig gut getan.
    Viele Grüße,
    Sandra

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      4. Juli 2016 at 10:08

      Liebe Sandra, das hört sich doch gut an! Letztlich ist Ausmisten ein Prozess – und es ist immer wieder spannend, was mit einem passiert, wenn man sich mal dranmacht. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast! Liebe Grüße, Sabine

  • Reply
    Hélène
    8. Oktober 2016 at 17:29

    Ich bin gerade gezwungen auszurüsten, weil wir uns verkleinern. Es ist wirklich nicht einfach. Ich mache jeden Tag ein bisschen was. Bis zum Umzug habe ich noch 7 Wochen und ich hoffe, dass ich es hinbekomme. Es hat jedenfalls eine befreiende Wirkung, aber wirklich befreit werde ich mich erst dann fühlen, wenn alles an Ort und Stelle steht. Und eins habe ich mir vorgenommen: ich werde nie wieder soviel Zeug kaufen! Den Platz habe ich eh nicht mehr. Übrigens, ich Mister aus und mein Mann darf zum Wertstoffhof!
    Liebe Grüße aus Bayern!

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      8. Oktober 2016 at 17:43

      Stück für Stück… genau so. Ausmisten macht viel mit einem – deshalb kostet es so viel Kraft. Aber es lohnt sich 😉 Alles Gute für den Umzug! Sabine

  • Reply
    Hélène
    8. Oktober 2016 at 17:30

    Es sollte „auszumisten“ heißen!

  • Reply
    Hélène
    8. Oktober 2016 at 17:31

    …Und ich „miste“ aus!

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      8. Oktober 2016 at 17:42

      Wunderbar! Weiter so! Sabine

  • Reply
    Mark
    15. April 2017 at 7:50

    Das Problem ist zu differenzieren zwischen „du brauchst es“ und „du könntest es vielleicht irgendwann nochmal brauchen“. Letztere Variante birgt die Gefahr, dass man doch vieles behält, was man dann wahrscheinlich doch niemals braucht.

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      17. April 2017 at 11:25

      Das stimmt Mark. Einen guten Hinweis gibt einem die Feststellung, ob man den Gegenstand in den vergangenen zwei Jahren gebraucht hat. Wenn nicht, kann er weg. Dir einen lieben Gruß, Sabine

  • Reply
    Traudl
    8. November 2017 at 14:00

    Hallo Sabine, ich bin ja auch am Ausmisten und stimme dir in allem zu. Aber ich schreibe dir, weil ich auf dem Bild einen Fotoapparat gesehen habe. Da habe ich auch noch 2 oder 3. Und die sind soooo schön. Sie gehen mir zwar im Weg um und ich kann nichts damit machen, aber wegschmeissen kann ich sie auch nicht. Und Verschenken auch nicht, weil wer mag diese noch. Ist nicht leicht mit manchen Sachen;-)) Ich glaube, ich behalte sie einfach als Schmuckstück;-)) – Ich habe deine Seite heute entdeckt, weil ich nach Mediationen von Vishen gesucht habe. Und sie gefällt mir sehr gut. Ich hab gleich den NL bestellt. Liebe Grüße

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      13. November 2017 at 11:00

      Das freut mich, liebe Traudl! Und wenn dir die Fotoapparate Freude bereiten, würde ich sie einfach behalten. Es geht ja nicht um Verzicht, sondern darum, ein Bewußtsein für die Gegenstände, die man besitzt zu entwickeln 🙂 Hau rein! Sabine

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