Einfach mal weg

Selbstversuch: Leben als Digitale Nomadin

Die erste Woche in Bali war turbulent. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich zurecht zu finden.
 
Kein Wunder. Ich bin hier in eine komplett neue Welt eingetaucht.
Zeitumstellung, Klima, völlig andere Ernährung, Yoga und Meditation.
 
 
Und natürlich mein eigener – wie sich herausstellte recht starker – Anspruch, meine Arbeit genau so zu erledigen, als wäre ich nicht auf der andern Seite der Weltkugel.
 
Ich musste mich also erstmal orientieren.
Feststellen, wo ich die alle Informationen finde, die ich brauchte, um dann auch produktiv sein zu können.
Eine Art Routine entwickeln.
 
Das hat tatsächlich ein paar Tage in Anspruch genommen.
 
 
Mein Körper stand vor einer Herausforderung: hier ist die Dichte an vegetarischen, veganen, whole food Restaurants dermaßen hoch, dass man seine Ernährung sehr gerne komplett umstellt.
Ich habe fast kein Kaffee, kein Alkohol, so gut wie keine Milchprodukte dafür aber tonnenweise Früchte und Gemüse zu mir genommen.
 
Leider fand mein Magen diese Umstellung samt enthaltener Bakterien nicht so prickelnd und so bin ich zwei Tage ausgefallen.
 
Aber jetzt!
Seit ein paar Tagen bin ich angekommen – fühle mich wahnsinnig wohl, habe die ersten wirklich interessanten Menschen kennengelernt und finde es phantastisch, dass ich hier bin!
 

Aber wieviel Zen konnte ich tatsächlich in mein Leben als Digitale Nomadin holen?

 
Einfachheit:
 
+ Das Leben ist hier – erstmal – sehr viel einfacher.
 
+ Ich habe nur eine begrenzte Zahl an Dingen, um die ich mich kümmern muss.
 
+ Arbeiten im Haushalt entfallen komplett – die Wäsche gebe ich einfach ab.
 
+ Wenn ich Hunger habe, gehe ich essen.
Morgens reichen frische Früchte und der Saft einer Kokusnuss, um fit zu werden.
 
+ Dadurch muss ich nur selten einkaufen, nicht kochen.
 
+ Keine Nachrichten, kein Fernsehen, keine Filme (außer im Flieger)…
 
 
– weniger einfach herzustellen ist der so dringend notwendige Zugang zum Internet.
 
– der Strom und die Verbindung ins Netz fallen gerne mal für ein paar Stunden aus
 
– Skype funktioniert, aber nicht wirklich verlässlich, da die Qualität der Verbindung oft schwankt.
 
 
Balance:
 
+ nach den ersten Turbulenzen ist sie wieder hergestellt – die Balance
 
+ Ich bin fast täglich in der Yogabarn für eine Yogastunde oder eine geführte Meditation.
Diese Stunden sind die absoluten Highlights meiner Tage hier.
 
+ Die Qualität des Unterrichts ist sehr hoch und die Umgebung und der Spirit einfach unglaublich.
 
+ Yoga – umgeben vom Dschungel mit all seinen Geräuschen – unbezahlbar.
 
+ Tibetische Klangschalen – während draußen die Sonne untergeht oder der Regen auf die Blätter prasselt – übersteigt all meine Erwartungen.
 
 
Selbstentwicklung:
 
+ Ja, das ist ein großes Thema.
 
Wie schon in meinem letzten Beitrag erwähnt, muss ich ständig über meinen Schatten springen.
Menschen um Hilfe bitten, mich neuen Gepflogenheiten und Bedingungen anpassen, Schwierigkeiten meistern.
 
+ Die Tatsache, dass ich hier kein Urlaub mache, sondern versuche, meine Arbeit in gewohnter Qualität abzuliefern, gibt dem ganzen Unternehmen eine gewisse Brisanz.
 
 
Ich bin ja nur für kurze Zeit hier aber ich habe die Möglichkeit, andere digitale Nomaden zu treffen und kennen zu lernen.
Die, mit denen ich gesprochen habe, stehen – teilweise – unter ziemlichem Druck.
 
Einige wollen die Zeit nutzen, ein erfolgreiches Business aufzubauen, solange das Ersparte reicht.
 
Das bedeutet: sehr viel Engagement und ein unerschütterliche Glaube an die eigenen Fähigkeiten.
 
 
Die Atmosphäre im Coworkingspace ist entsprechend konzentriert, ambitioniert und äußerst inspirierend.
Ich genieße die offene, internationale und sehr tolerante Stimmung.
 
Hier scheint alles möglich zu sein, wenn man nur hart genug dafür arbeitet.
Sehr ansteckend!
 
 
Zur Erholung habe ich beschlossen, ein paar Tage am Meer zu verbringen.
Morgen breche ich nach Canguu auf – Wellen, Surfer und Sonnenuntergänge.
 
 
 
Hast du Fragen zu meinem temporäres Leben als digitale Nomadin? Schreibe mir in den Kommentaren.
Ich freue mich, wenn du den Beitrag mit deinen Freunden teilst.

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4 Comments

  • Reply
    Spangl Rainer
    5. März 2015 at 16:30

    Zuerst alles Gute! Sabine!
    Wie ich daraus lese, geht der Alltag mit auf Reisen, der erst neuer umgewöhnung wieder zu einer Gewohnheit wird!
    In diesem fall wird dir eine Landes Gewohnheit aufgedrückt , der sich dein Körper anpasst!
    Zu Hause wird dein verstand wieder obenauf sein!
    Gewohnheit wird Siegen!
    Somit ist loslassen v Gewohnheiten unmöglich !!
    Schöne Zeit! Nimm dir was schönes mit, das bleibt!
    Lg Rainer

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      6. März 2015 at 1:52

      Hallo Rainer,
      das interessante ist ja gerade, sich einen „Alltag“ in einer neuen Umgebung aufzubauen. Abseits des üblichen Touristenprogramms tiefer in ein anderes Leben einzutauchen. Und zu beobachten, was das mit einem macht. Es ist erstmal eine Umstellung – klar – öffnet dann aber neue Horizonte und die Möglichkeit, sich selbst besser kennen zu lernen. Es zeigt dir schnell, wo du Verhaltensmuster hast, die auch hier befolgt werden wollen. Aber durch den neuen Blickwinkel kannst du dich selbst anders wahrnehmen. Eine absolute Bereicherung und Erfahrungen, die auch mein Leben zu Hause verändern werden. Loslassen von Gewohnheiten ist nämlich auch da durchaus möglich!
      Viele Grüße, Sabine

  • Reply
    Susanne Ulrich
    12. März 2015 at 8:43

    Liebe Sabine, das klingt wunderbar! Einzige Irritation für mich: wenn man nur hart genug arbeitet…, das hört sich für mich mehr nach amerikanischen Lifestyle an. Vielleicht ist in deinem Fall das Nichtstun die harte Arbeit? Alles Liebe Susanne

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      12. März 2015 at 9:19

      Liebe Susanne.
      Die Stimmung ist hier tatsächlich so. Die Gründer des Coworking Studios sind Amerikaner – du liegst mit deiner Vermutung also ganz richtig.
      Aber – keine Sorge – nach ein paar Stunden kehre ich dem Ganzen den Rücken zu und widme meine Zeit wieder dem wunderbaren Leben hier.
      Liebe Grüße,
      Sabine

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