Einfach mal weg

Einfach mal weg

einfach mal weg

Es beginnt oft mit dem unguten Gefühl, dass ein Tag dem andern gleicht. Einheitsbrei.
Hin und hergerissen zwischen Verantwortung, Verpflichtungen und Routineaufgaben.
Die Zeit vergeht immer schneller und die Unzufriedenheit nagt an einem wie ein gemeiner Virus.
 
Manchmal zeigt uns auch der Körper, dass etwas nicht stimmt: Rückenschmerzen, Tinnitus oder Schlaflosigkeit.
 
Alles schreit nach Veränderung aber wir wissen nicht, wo wir anfangen sollen.

Am liebsten würden wir einfach mal weg. Aber zu lange haben wir den Wunsch danach unterdrückt.


 
Klar, Veränderungen sind unangenehm und wir meiden sie – oft aus Angst oder einem tief verwurzelten Wunsch nach Sicherheit.
Wie gern schieben wir längst fällige Entscheidungen vor uns her und verdrängen die Notwendigkeit nach dem nächsten Schritt.
Uns fehlt die Klarheit und wir gestehen uns nur ungern ein, dass wir nicht mehr auf dem richtigen Weg sind.
 
Ist es da nicht offensichtlich, dass wir einfach mal wieder Zeit für uns selbst brauchen?
 
Fakt ist: wenn sich die Unzufriedenheit breit macht, haben wir es oft einfach nur versäumt, zum richtigen Zeitpunkt eine Pause zu machen.
 
Dann sind wir reif – wenn nicht für die Insel – dann doch für ein paar Tage Auszeit!
 
 
Eine Pause, um inne zu halten und ehrlich Bilanz zu ziehen. Dem Wunsch nach Veränderung und Selbstentwicklung nachzugeben, neue Impulse und Ideen zu finden.
 
Ist es nicht phantastisch, dass wir in unserer Kultur Zeit und Gelegenheit haben, einfach mal abzutauchen?
 
Ich mach von dieser Möglichkeit immer wieder Gebrauch: suche mir einen Ort und ziehe los – spontan oder geplant.
 

Fern meiner gewohnten Umgebung und meines sozialen Umfeldes bietet sich die Gelegenheit, mich wieder neu auszurichten. Zu kalibrieren.

 
Wartungsmodus also.
 
Ohne den gewohnten Einfluss von außen gelingt es mir leichter, wieder zu mir zu kommen, mich neu zu entdecken.
Und das ist manchmal dringend nötig: gefangen in Verpflichtungen, und meinen Vorstellungen, wie alles zu laufen hat – was ich jetzt und heute alles erledigen und erreichen möchte – verliere ich oft das wirklich Wichtige aus den Augen.
 
Und dann fühlt es sich wie eine Erlösung an, wenn ich meine Sachen packe und mich für ein paar Tage an einem magischen Ort in einer tolle Unterkunft einmiete.
 

Einfach mal weg

 
Ich habe gelesen, dass sich dreiviertel aller Deutschen nach einer Auszeit sehnen. Doch leider realisieren die wenigsten diesen Wunsch, weil sie sich einfach nicht trauen.
 
Richtig: es braucht schon ein wenig Mut, den Blick nach innen zu richten.
 
Mut für den Übergang zwischen dem Menschen, der du gewohnt bist zu sein und dem, der du in Wirklichkeit bist.
 
Mut zu Einsamkeit. Der Gedanke, ein paar Tage ganz alleine zu sein, macht vielen Menschen Angst.
 
Doch manchmal haben wir auch einfach nur Hemmungen, uns die Zeit zu nehmen und es vor unseren Liebsten zu rechtfertigen.
Dabei kann eine Auszeit dazu führen, dass wir wieder zufriedener und umgänglicher werden – und davon profitiert ja auch unsere direkte Umgebung, oder?
 

Auszeit heißt:

 
Innezuhalten und sich ehrlich zu fragen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.
Zeit für sich zu haben und sich dadurch besser kennen zu lernen
– dem Wunsch nach Veränderung und Selbstentwicklung nachzugehen
– ausreichend Raum für innere Klarheit zu schaffen
– das Leben zu entrümpeln
– lernen, mit sich alleine zu sein
– den Blick über den Tellerrand zu wagen
– sich über Ziele bewusst zu werden und neue Lebensperspektiven zu entwickeln
– neue Impulse und frische Ideen zu finden
– sich um Körper und Geist zu kümmern
neue Kraft zu tanken
– zu lernen, mit Zeit umzugehen
 
 
Die Journalistin Jeannette Hagen erklärt in ihrem Artikel über Auszeiten, wie hilfreich es ist, sich über die eigene Motivation im Klaren zu sein, bevor man in eine Auszeit startet.

Wie immer: wenn wir wissen, WARUM wir etwas tun wollen, ist das WIE sehr viel einfacher.

 
Ich mach die Dinge aber auch gerne spontan und lasse mich überraschen, was die geschenkte Zeit für mich bereit hält.
Manchmal reichen auch schon ein paar Tage, um mal wieder eine Ahnung davon zu bekommen, was da in einem abläuft.
Auch kurze Auszeiten, immer wieder, können sehr viel bewirken.
 
Wann packst du deine Sachen?
 
 
 
Hast du auch schon Erfahrungen mit Auszeiten gesammelt? Hast du Anregungen und Tipps? Ich freue mich über Kommentare!

You Might Also Like

2 Comments

  • Reply
    Karin Nikbakht
    31. Januar 2016 at 8:58

    Liebe Sabine,

    ein großes JA!! ich finde Auszeiten und Innehalten, zur Stille kommen in mir, abseits vom Getöse außen auch so wichtig! Es braucht für mich immer wieder solche Zeiten und ich sehne mich manchmal auch schon danach.

    Für mich ist eine Auszeit nicht unbedingt mit wegfahren verbunden, ich mache das auch sehr gerne zuhause, aber es ist natürlich auch sehr inspirierend die Umgebung zu wechslen…

    Alles Liebe zu dir & der neue Blog ist schön geworden…

    Karin

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      1. Februar 2016 at 8:56

      Danke, du liebe! Das freut mich sehr!
      Auszeiten zuhause sind auch prima – aber mir fällt dann auch sofort wieder ein, was ich noch alles machen muss.
      Wenn ich an einem anderen Ort bin, bin ich raus aus allem. Und das brauche ich manchmal.
      Lass es dir gutgehen!
      Sabine

    Leave a Reply