Einfachheit

Erste Schritte in ein einfaches Leben

Das Leben bietet so viel. Manchmal machen mich all die Möglichkeiten ganz wuschig.
Wo anfangen?
 
Termine, Aufgaben, Verantwortung.
Freunde, Chancen, Pläne.
 
Oftmals sitze ich da, schaue Löcher in den Himmel und sehne ich mich nach einem einfachen Leben.
 

Aber was ist ein einfaches Leben?

 
Ich sehe immer wieder Berichte über Menschen, die völlig abgeschieden in der Natur leben, sich selbst versorgen.
Sehr faszinierend – aber das ist nicht die Einfachheit, die ich meine.
 
Hey, ich könnte und wollte so nicht leben. Zumindest nicht längerfristig.
 

Die Frage ist doch: wie können wir ein einfaches Leben führen, ohne aus der Gesellschaft auszubrechen?

 
Es gibt ihn nicht – den einen Pfad zu einem einfachen Leben.
Es gibt so viele Wege wie es Menschen gibt, die Einfachheit suchen.
 
Du wirst das sicher ganz anders empfinden als ich. Und wir liegen beide richtig.
 
Es ist eine sehr persönliche Frage, die jeder anders beantwortet.
 
Für mich bedeutet Einfachheit: Raum und Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu haben.
Für all das, was ich gerne mache und für die Menschen, die mir nahe stehen.
 
Und so versuche ich, alles andere so weit wie möglich aus meinem Leben zu verbannen.
 
Und ehrlich: das ist nicht ganz einfach.
 
Ich strebe nach einem Leben, das nicht mit Aufgaben, Terminen und Projekten überladen ist und das mich in seiner Fülle nicht völlig überfordert.
Ein Leben, das friedlich und freundlich ist und vielleicht auch ein bisschen langsamer.
Hach!
 
In den letzten Jahren habe ich dafür eine Strategie entwickelt: ich experimentiere mit einer Mischung aus Genügsamkeit und einem ausgeprägten Hang zu Genuss.
 
Nehmen wir das Thema Ernährung: ich liebe gute und gesunde Nahrungsmittel und könnte mir nicht vorstellen, darauf zu verzichten.
Ich bin wirklich froh, Zugang zu all diesen leckeren Sachen zu haben. In Restaurants oder zu Hause.
Und so habe ich mich entschlossen, all diese Geschenke anzunehmen und sie so richtig zu genießen.
 
Das, was sich mir anbietet, so intensiv wie möglich zu feiern.
 
Auf der anderen Seite versuche ich, meine Ressourcen zu schonen und weder Zeit noch Geld zu verschwenden.
Das gelingt nicht immer – aber grundsätzlich suche ich nach Wegen, das Leben zu genießen ohne der Erfüllung im Außen nachzujagen.
 
Und dann erlebe ich diese wertvollen Momente und spüre sie: die Gewissheit, dass der wahre Reichtum in meinem Inneren liegt.
In solchen Situationen erlebe ich die Reduktion nicht als Mangel und kann mir – ganz undogmatisch – all das gönnen, was mir das Leben schenkt.
 
Ja, wir sind alle unterschiedlich und es gibt so viele Möglichkeiten.
 

Wie also findest du deinen individuellen Weg in ein einfaches Leben?

 
Einfachheit kann auf mehreren Ebenen stattfinden.
Entscheidend ist deine Motivation.
 
Warum denkst du über ein einfaches Leben nach?
Worum geht es dir?
 
Hier sind ein paar Ideen dazu:
 
– Minimalismus: In den Medien werden Menschen gezeigt, die weniger als 100 Dinge besitzen und die neu gewonnene Freiheit und Unabhängigkeit feiern. In der Diskussion spielt die Reduktion von materiellen Gütern eine vorrangige Rolle. Willst du deinen Besitz optimieren? Aufräumen, ausmisten, endlich wegwerfen? Oder zieht dich die Ästhetik des Minimalismus einfach an? Findest du es spannend herauszufinden, wie viel du tatsächlich brauchst?
 
– Zeit: Ist es dir besonders wichtig, deinen Tagesablauf zu entrümpeln? Die Anzahl der Termine zu reduzieren, Freizeitstress abzubauen und endlich wieder mehr Zeit zu haben? Du möchtest dich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren und Muse entwickeln? Überlege dir, was du mit der gewonnenen Zeit anfangen wirst. Ein starkes Ziel wird dich ungeheuer motivieren.
 
– Nachhaltigkeit: Vielleicht liegt dein Hauptinteresse auf dem Umgang mit den Ressourcen unserer Welt? Du denkst über dein Konsumverhalten nach und möchtest neue Wege finden? Du willst deinen persönlichen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten?
 
 
Wenn du deine Hauptmotivation kennst, hast du bereits einen großen Schritt getan.
Jetzt kannst du anfangen, dein Leben immer mehr zu vereinfachen.
Es gibt viele Informationen da draußen, nicht nur auf meinem Blog.
Lass dich inspirieren, deine erste Schritte zu gehen.
 
Wenn du eine Veränderung nach der anderen angehst, kannst du wirklich viel bewirken.
 
Du wirst erstaunt sein, welche Auswirkungen die Entscheidung auf deine Lebensqualität hat.
 
Welcher Weg ist deiner?
 
 
Mehr zum Thema:
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2 Comments

  • Reply
    Birgit Geistbeck
    30. Juli 2015 at 15:03

    Ich strebe auch nach einem einfachen Leben. Und das sieht im Grunde so aus, wie du es dir auch vorstellst.

    Ich möchte Zeit für die mir wirklich wichtigen Dinge im Leben haben, mich selbst, meine Familie, meine Freunde.

    Im Moment probiere ich gerade aus, zuerst für mich selbst zu sorgen, was heißt, ich meditiere erst einmal und tue mir etwas Gutes, wenn alle aus dem Haus sind, und setze mich erst dananch an den Schreibtisch.

    D.h. aber auch, dass ich im Moment weniger Zeit für mein Homeoffice habe, was mich wiederum dazu zwingt, mich auch hier auf das Wichtige zu konzentrieren.

    Aber ich habe gemerkt, wenn ich darauf warte, dass am Ende des Tages noch Zeit für mich selbst ist, dann kann ich darauf lange warten, weil es nicht eintreten wird.

    Es ist im Grunde wie mit dem Sparen. Wenn du am Anfang des Monats nicht deinen Sparbetrag zurücklegst, wird am Ende dafür kein Geld mehr da sein.

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      30. Juli 2015 at 16:45

      Hallo Birgit,
      ja, der Vergleich ist treffend.
      Es ist enorm hilfreich, alle wichtigen Dinge am Anfang des Tages zu erledigen und sich erst dann um die dringenden Angelegenheiten zu kümmern.
      Danke für deine Erfahrungen!
      Gruß, Sabine

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