Die besten Bücher über Selbstentwicklung

Die Freiheitsformel

Wir können auch anders

Vor ein paar Wochen habe ich ein Buch in die Hände bekommen, das mich sofort begeistert hat. Zeigt es doch einen ganz anderen Blick auf die Wirklichkeit in der Arbeits- und Lebenswelt.
 
Und wie das so ist – wenn mich etwas fasziniert, gebe ich keine Ruhe, bis das Buch gelesen und komplett inhaliert habe.
 
Denn die Thematik ist äußerst spannend und geht uns alle an: die Arbeitswelt ändert sich ständig, die vemeindliche Jobsicherheit ist eine Täuschung. Die große Party ist vorbei, 30 Jahre bei einem Unternehmen und ein in jeder Hinsicht abgesichertes Leben wird es nicht mehr geben.
Aber – und das ist die gute Nachricht – wir haben alle Möglichkeiten, uns darauf einzustellen.
 

In seinem Buch „Wir können auch anders“ skizziert Adam Fletcher sehr unterhaltsam und nachvollziehbar neue Wege, sein Ein- oder vielmehr Auskommen abzusichern.
 

Besonders fasziniert war ich von dem Teil über die Freiheitsformel.

Adam Fletcher beschreibt ein Konzept, die eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen und sein Lebensstil vom Einkommen abzukoppeln.
 
Ich lebe schon länger nach diesen Prinzipien, es war mir aber nie bewusst.
Und ohne Zweifel hätte es nicht so schön auf den Punkt bringen können…
 
Das Konzept besteht aus zwei Kernpunkten:
 

1. Die Herausforderung: der „Lifestyle Creep“:

Normalerweise gestalten wir unsere Ausgaben abhängig von unseren Einnahmen. Je mehr wir verdienen, desto mehr geben wir aus.
Was erstmal vernünftig klingt, ist bei näherer Betrachtung gar nicht mehr so clever: wenn wir nämlich so viel verdienen, dass nicht nur unsere Bedürfnisse abgedeckt sind, sondern neue Wünsche entstehen.
 
Wer kennt das nicht: ein neuer Job, ein höheres Gehalt und schon wird uns bewusst, dass wir ein neues Handy oder ein größeres Auto brauchen.
 
Wir passen unsere Bedürfnisse automatisch an unsere finanziellen Möglichkeiten an.
So wurden wir geprägt.
Das hat aber zur Folge, dass wir unser ganzes Geld ausgeben oder schlimmer: einen Kredit aufnehmen, um uns unseren Wunsch zu erfüllen. Wir glauben fest daran, dass wir in Zukunft genug Geld verdienen werden, um den Kredit abbezahlen zu können. Und merken nicht, dass wir auf Kosten unserer Zukunft leben.

Was wir verdrängen: der neue, besser bezahlte Job wird uns sehr viel mehr fordern als der alte.

 
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Denn unser Arbeitgeber erwartet viel von uns, wenn er uns mehr zahlt. Logisch.

 
Wir arbeiten also mehr, haben eine höhere Verantwortung und steigern ganz automatisch unseren Lebensstandard.
Und? Ist der Preis gerechtfertigt?
Ist es das neue Auto wert, täglich mindestens eine Stunde länger im Büro zu verbringen?
 
Nur selten denken wir darüber nach, ob die Freude über die neue Küche, den Urlaub im fernen Asien oder die schicken Klamotten die zusätzliche Mühe wirklich wert sind. Brauchen wir diese Dinge für unser Glück oder reicht auch eine Nummer kleiner?
Wie lange hält das Gefühl, sein Leben dadurch wirklich verbessert zu haben?
Wie schnell gewöhnen wir uns an den neuen Lebensstil und suchen schon nach der nächsten Anschaffung?
Die Anpassungen unseres Lebensstandards erfolgt fast wie von selbst. Wir arbeiten hart und haben eine Belohnung verdient. Und belasten uns mit immer neuen finanziellen Verpflichtungen.
 

Der „Lifestyle Creep“ bremst uns aus – wenn wir den Job wechseln, eine Auszeit nehmen oder uns selbständig machen wollen. Kaum merklich begeben wir uns in immer neue Abhängigkeiten.

 
Adam Fletcher rät daher, die Ausgaben vom Einkommen abzukoppeln. Festzustellen, wie viel Geld wir im Monat brauchen und zu versuchen, damit auszukommen – egal wie viel wir tatsächlich verdienen.
Er meint damit nicht, dass wir uns nichts mehr gönnen sollten. Aber aus seiner Sicht ist es besser, ab und zu über die Strenge zu schlagen als permanent zu viel Geld auszugeben.
 

2. Die Lösung: die „Freiheitsformel“

Wir geben so viel Geld aus, wie es nötig ist, um rundum versorgt und zufrieden zu sein. Und wir hören auf, das Geld auszugeben, das wir darüber hinaus verdienen.
 
Und sofort stellt sich die Frage, was wir wirklich brauchen.
 
Haben wir einmal festgelegt, was wir ausgeben müssen, um unsere Grundbedürfnisse zu erfüllen, versuchen wir, genau damit zurechtzukommen.
Alles andere wird erstmal auf die Seite gelegt.
Und plötzlich entstehen Ersparnisse, Spielräume und Puffer für unerwartete Ausgaben.
 
Die „Freiheitsformel“ ist die Summe von monatlichen Fixkosten und einem Taschengeld (für Unterhaltung, Freizeit und Sport).
 
lessworkmorezen_Freiheitsformel
 
Sobald man hierfür eine Summe kalkuliert hat, wird diese monatlich auf ein gesondertes Konto überwiesen, von dem alle Ausgaben abgehen.
Dadurch hat man immer im Blick, wie viel Geld in diesem Monat noch zur Verfügung steht.
Das restliche Geld verbleibt auf dem „Freiheitskonto“ und lässt dich ruhig schlafen.
 
Je geringer die monatlichen Ausgaben und Fixkosten, desto kleiner werden die Existenzängste.
 

Echte Freiheit!

 
lessworkmorezen_Freiheit
Das Buch ist gespickt mit vielen anschaulichen Beispielen. Die heutige Situation der Arbeitswelt wird ausführlich und überzeugend dargestellt.
Letztlich geht es Adam Fletcher darum, darzustellen, wie man unabhängiger arbeiten und gleichzeitig glücklicher leben kann.
 
Der hintere Teil des Buches widmet er deshalb dem Aufbau eines internetbasierten Einkommens, was besonders für internetaffine Leser interessant ist.
 
 
Du willst mehr wissen? Suchst einen frischen Blick auf die Realität unserer Arbeitswelt oder strebst größere finanzielle Freiheit an?
Hier kannst du das Buch bestellen:
 
Adam Fletcher – Wir können auch anders: Wie man falsche Jobs gegen echtes Glück eintauscht (Beck Paperback)
 

 
 
Wie gehst du mit deinen Einnahmen um? Hast du einen Tipp für uns?
Dann rein damit in die Kommentare!

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8 Comments

  • Reply
    Thomas F.
    12. Februar 2016 at 10:52

    Ich lese auch gerade dieses Buch, weil ich erhoffte, dass ich Lösungswege finde (zumindest Hinweise auf dem Weg zur Lösung), wie man aus dem Hamsterrad herausfindet. Dieses Buch ist allerdings m.E. für Singles geschrieben, die glücklicherweise nur Verantwortung für sich alleine haben. Familienvätern mit Verantwortung für Kinder, die in unserer Gesellschaft integriert werden wollen und sollen, kann dieses Buch leider keine Hilfestellung leisten.
    Trotzdem hat mir dieses Buch neue Erkenntnisse und Sichtweisen auf das Leben in unserer Gesellschaft vermittelt.
    Ich kann das Buch aber durchaus empfehlen, weil es unterhaltsam und teilweise humorvoll geschrieben ist. Vielleicht findet der ein oder andere Single ja tatsächlich lehrreiche Anstöße zum Ausstieg aus der gesellschaftlichen Drucksituation. Wenn ich Single wäre, würde ich sofort mit der erfolgreichen Umsetzung der „Freiheitsformel“ beginnen. Erfolgreich deshalb, weil ich persönlich sehr, sehr geringe Ansprüche habe. Und das ist wohl eine Grundvoraussetzung für ein Leben in partieller Unabhängigkeit.

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      12. Februar 2016 at 11:22

      Hallo Thomas,
      ich stimme dir zu: mit Kindern ist es sehr viel schwieriger, solch eine Lebensweise zu adaptieren. Auf der anderen Seite wird es immer wichtiger, auch Kindern einen anderen Umgang mit den Ressourcen Zeit und Geld nahe zu bringen. Aber ich glaube gerne, dass das nicht ganz einfach ist. Toll, dass du dich trotzdem für das Thema interessierst. Grüße! Sabine

  • Reply
    Dirk
    12. Februar 2016 at 19:01

    Hi Sabine,

    klingt so, als wenn das ein ähnliches Buch wie das von Timothy Ferris (4-hour-week) wäre (?).

    Liebe Grüße

    Dirk

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      13. Februar 2016 at 4:53

      Hallo Dirk,
      Für mich war dieses Buch interessanter, näher am Leben. Anderer Schwerpunkt und nicht so „utopisch“. Schönen Gruß! Sabine

  • Reply
    Marie
    24. Februar 2016 at 21:56

    Dieses Buch kannte ich noch nicht, aber ich hatte genau dieselben Gedanken. Jeden Tag beobachte ich die Menschen in meinem Büroalltag, wie sie sich dem Teufelskreis hingeben. Mehr Geld, größerer Fernseher, größeres Auto, kurz mehr Konsum. Sie leben von Urlaub zu Urlaub. Die Zeit zwischen den Urlauben ist mit Stress gefüllt. Sie laufen in ihrem Hamsterrad, der größer werdenden Karotte hinterher, aber kommen nie an. Sind nie zufrieden.
    Am liebsten würde ich hingehen, sie einmal durchschütteln und lauthals schreien: wacht auf!

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      24. Februar 2016 at 22:20

      Hallo Marie, das schöne an dem Buch ist, dass es einen realistischen Ausweg aus diesem Teufelskreis zeigt. Denn es ist ja nicht ganz leicht, sich gegen bestehende Gewohnheiten zu stemmen. Wie machst du das? Liebe Grüße, Sabine

  • Reply
    Sascha K.
    2. März 2017 at 13:41

    Hallo Sabine,

    danke für den Buchtipp, werde ich auf jeden Fall lesen.

    Auch wir leben als Familie die „Freiheitsformel“ jetzt schon seit mehreren Jahren ohne es zu wissen. Es ist eine echte Entlastung und Befreiung, weil es in allen Lebensbereichen unabhängiger macht.

    Das Geld auf ein separates Konto zu überweisen finde ich gut. Und wir gehen da sogar noch etwas weiter. Wir budgetieren jeden Monat (grob) die wichtigen Ausgabekategorien. Im Laufe des Monats bezahlen wir aus diesen Budgets. So haben wir ständig im Blick, wie viel wir noch in jeder Kategorie zur Verfügung haben. Und man kann so auch prima für periodische Ausgaben oder für „Notfälle“ Geld budgetieren. Im Grunde sind die Budgets virtuelle Konten, wenn man so will. Insgesamt macht das die Finanzen sehr einfach und übersichtlich.

    Wir benutzen dafür eine Software, mit der man Ausgaben auch direkt auf dem Handy erfassen kann. YNAB heißt die, es gibt aber bestimmt auch andere Lösungen.

    Die Übersicht über alle Restbudgets schärft ungemein das Bewusstsein für jede Ausgabe. Wir verzichten auf nichts, was uns wichtig ist. Gleichzeitig geben wir kein Geld unnötig aus. Und es ist schön zu sehen, wie der finanzielle „Unabhängigkeitspuffer“ dabei wächst.

    Wir handhaben das aber auch flexibel, und halten uns nicht verkrampft an die Budgets. Man kann gar nicht alles planen. Uns geht es ums bewusste Geld ausgeben.

    Viele Grüße
    Sascha

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      2. März 2017 at 17:47

      Hallo Sascha, da plant ihr mehr als ich! Danke für deine Ergänzungen. Es ist doch spannend festzustellen, dass man in der Regel eine Menge sparen kann, wenn man Geld bewußt ausgibt. Oder es eben bewußt nicht ausgibt. Es lohnt sich tatsächlich, das mal auzuprobieren! Schöne Grüße zurück, Sabine

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