Meditation für Zweifler

Gedankenverloren

Als ich klein war – ich meine so richtig klein – saß ich oft rum und war einfach da.
Es ging mir prächtig – bis sich meine Eltern eingemischt und mich angesprochen haben.
 
Aus ihrer Sicht war ich „gedankenverloren“.
 
Ich weiß bis heute nicht, was sie damit meinten: glaubten sie, ich wäre in meinen Gedanken verloren oder hatten sie erkannt, dass ich ganz einfach meine Gedanken verloren hatte?
 
So hat es sich nämlich angefühlt: alles war gut so wie es war.
Ich war völlig verbunden im Hier und Jetzt und damit auch ganz und gar einverstanden. Unbekümmert.
 
An diesen Zustand habe ich mich erinnert, als ich neulich folgendes Zitat von Carl Friedrich von Weizäcker gelesen habe:
 
 
„Meditation macht aus uns niemand anderen, sondern den, der wir immer gewesen sind.“
 
 
Das Meditieren ist etwas ganz natürliches.
Es gehört zu uns wie das Atmen.
 
Meditieren ist keine Technik, die wir mühsam lernen müssen – wir müssen uns einfach nur erinnern.
Wir rufen uns diesen Zustand des einfachen Seins zurück, ohne Einmischung durch den Körper oder Verstand.
 
Denn irgendwann haben wir den Zugang zu dieser Geisteshaltung verloren, verlernt uns dorthin zu begeben.
Und so glauben wir, dass wir uns den Weg dorthin wieder „erarbeiten“ müssen.
 
Sicher, bestimmte Techniken helfen dabei, uns wieder darauf einzulassen:
wir sitzen in bestimmten Positionen, um unsere Achtsamkeit zu unterstützen oder lernen die richtige Atemtechnik.
 
Dabei sollte uns bewusst sein, dass wir nicht dabei sind, in ein neues Land aufzubrechen, sondern geradewegs auf dem Weg nach Hause sind.
 
Es ist ganz leicht. Wir müssen es nur tun. Und erleben, dass wir dabei nicht völlig abgerückt in irgendwelchen Sphären wandern, sondern zurück in einen uns bekannten Zustand gleiten.
 
Im Zen heißt es:
 
„Meditation ist dein natürlicher Zustand, ist dein wahres Wesen.“

 
 
Deshalb ist es so leicht. Wir müssen es nur tun.
 
Immer wieder – auch während des Tages. Kurze Momente der Stille.
Während du an der Ampel stehst oder an der Zapfsäule wartest, dass der Tank voll wird.
Wenn du Fahrrad fährst und du den Fahrtwind spürst.
 
Dann kannst du dich erinnern.
 
Achtsamkeit, „Da“sein, Atmen. Fertig.
 
Völlig gedankenverloren.
 
 
#Lesetipp zum Thema: Meditation lernen – starte mit diesen 10 Schritten
 
 
 
Und? Wie gedankenverloren bist du? Kannst du dich noch erinnern, wie es sich als Kind angefühlt hat, vollkommen im Hier und Jetzt zu sein?
Teile deine Gedanken in den Kommentaren!

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