Selbstentwicklung

So kommst du durch die nächste Krise

Krise

Mein Lehrer Jagata hat einmal zu mir gesagt, dass es in unserer Gesellschaft nur wenige – wirklich ernsthafte – Krisen im Leben eines einzelnen Menschen gibt:
 
1. der Tod einen nahestehenden Menschen 2. eine lebensbedrohliche Krankheit, 3. die Trennung von einem Lebenspartner oder 4. die Privatinsolvenz.
 
Alle anderen Ereignisse sei keine wirkliche Krise, sondern eher Herausforderungen, die zum normalen Menschsein dazugehören.
 

Krasse Festlegung – fand ich damals. Und habe seine Äußerung nie vergessen.

 
Mich hat vor allem beschäftigt, dass die Wahrscheinlichkeit, mit einem diese Probleme im Laufe des Lebens konfrontiert zu werden, relativ hoch ist.
 
Aber wie werde ich damit umgehen? Kann ich mich auf solch schwerwiegende Veränderungen vorbereiten?
 

Ich vertraue auf meinen „Werkzeugkasten“, der immer gut gefüllt neben mir steht.

Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich sehr viele Methoden, Rituale und Gewohnheiten kennen gelernt, mit denen ich mich auch in einer schwierigen Situation über Wasser halten kann.
Werkzeuge, die ich schon so oft genutzt habe, dass ich sie auch blind verwenden kann.
Selbst dann, wenn ich den Boden unter den Füßen zu verlieren glaube.
 

Heute kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es tatsächlich genau diese Werkzeuge sind, auf die du in einer Krise zurückgreifen wirst.

Ein Glück, wenn sie dann – gut sortiert und griffbereit – in deinem Werkzeugkasten liegen.
 
In der Konsequenz ist es offensichtlich, wie wichtig es ist, alle Tools regelmäßig zu nutzen.
 
Auch und besonders dann, wenn alles glatt läuft und du dich unbesiegbar fühlst.
 
Jetzt kommt es darauf an, Gewohnheiten zu pflegen, Routinen zu entwickeln und auszuprobieren, was dich auf deinem Weg unterstützt.
 

Denn dein Werkzeugkasten ist so individuell und einzigartig wie du selbst.
Nur du weißt, was hinein gehört.

 
Es wimmelt da draußen von Ratgebern und klugen Tipps. Und die meisten sind gut gemeint.
Ich kann dich nur ermuntern, alles auszuprobieren, was dich spontan anspricht. Um dann festzustellen, was für dich funktioniert.
 
Das kann ein stiller Spatziergang im Wald, Sport, Meditation oder eine Runde Yoga sein.
In deinem Werkzeugkasten hat nur Platz, was zu dir passt.
 
Und wenn du deine Tools gefunden hast – dann bleibe dabei.
 
Denn vielleicht geht es dir wie mir: ich kümmere mich besonders intensiv darum, wenn es mir nicht gut geht.
Dann bin ich konsequent und diszipliniert. Meditiere täglich, beginne meinen Tag mit Yoga und ernähre mich gesund. Ich nehme mir Zeit und bin achtsam.
 

Wenn es mir schlecht geht, fokussiere ich mich mit einer verzweifelten Intensität auf alles, was mich wieder aus dem Tief befreit.

 
Denn ich weiß, wie hilfreich all diese Maßnahmen sind und kann ihre Wirkung sofort spüren.
 
Aber kaum geht es mir besser, werde ich nachlässig und verschiebe die vorher so wichtigen Routinen auf einen späteren Zeitpunkt.
Dann sind andere Dinge interessanter.
Die Tools scheinen nicht mehr so stark zu wirken wie zuvor. Und mein Werkzeugkasten bleibt in der Ecke stehen und verstaubt.
 
Und – zuerst passiert nichts. Es läuft genauso gut weiter wie bisher.
Aber langsam – kaum spürbar – schlittere ich auf diesem Weg direkt wieder in meinen alten Zustand zurück.
 
Warum dieses Auf und ab?
Fühle ich mich einfach nur siegessicher, unverletzbar, nach dem Motto: jetzt habe ich es geschafft?
Oder bin ich schlicht und ergreifend zu bequem, um länger durchzuhalten?
 

In letzter Zeit ist mir klar geworden: das Problem liegt tiefer.

 
Wenn es mir so richtig gut geht, frage ich mich: was kann die Methode denn noch für mich tun?
 
Kann es überhaupt noch besser werden?
Und wenn ja, komme ich damit zurecht?
 

Verdiene ich es überhaupt, dass es mir noch besser geht?

 
Es scheint als gäbe es ein bestimmtes Limit an Leichtigkeit und Glück. Und der Bereich darüber hinaus scheint nicht für mich vorgesehen zu sein.
Wie eine Schnur, die mich festhält. Eine fest einprogrammierte Grenze.
 
Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sich dort anfühlt. Ja – ich bin regelrecht skeptisch, was mich erwarten könnte.
 
Warum dieses Limit? Warum nicht einfach auch diese Schnur zerreißen?
 
Denn wenn ich tief in mich hinein horche, weiß ich, was passieren wird:
 

Ich werde fliegen.
So hoch fliegen, wie es nur irgend möglich ist.

 
Und dann?
 

Dann werde ich noch höher fliegen.

 
 
 
 
 
Was befindet sich in deinem Werkzeugkoffer? Ist er gut sortiert, auch wenn bei dir alles gerade glatt läuft? Schreib uns von deinen Erfahrungen!
 
 

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2 Comments

  • Reply
    Sabine Hoffmann
    8. Oktober 2016 at 11:35

    Dann kommen die Tiefflüge schneller als gedacht …..und wir erinnern uns wieder an die tägliche Disziplin die einem hilft aus Ängsten und großen Löchern wieder heraus zu kommen. es gibt Phasen wo einem alles egal scheint, und wenn man dann trotzdem eins von den Werkzeugen benutzt , fragt man sich hinterher wie man nur so schwarz sehen konnte…es hilft Gott sei dank immer sofort. Dein Blog hat sehr viel Tiefe ….danke dafür.❤️

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      8. Oktober 2016 at 11:38

      Liebe Sabine, genau diese Erfahrung mache ich auch immer wieder. Komisch, dass man nicht einfach dabei bleibt. Bei den Dingen, die einem guttun… Danke für dein Feedback! Sabine

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