Selbstentwicklung

Und plötzlich Fleisch!

Meine Freunde starren mich an. Was? Du isst Fleisch?
 
Sie kennen mich seit langem – fleischlos.
Und können kaum glauben, dass ich von einem Tag auf den anderen beschließe, dieses eindeutige Merkmal meiner Person aufzugeben.
 
Und tatsächlich habe ich 25 Jahre ohne Fleisch gelebt – und das sehr gut.
 

Aber dies hier soll kein Artikel über Ernährung werden.

 
Eine Nahrungsmittelallergie brachte mich dazu, meine Ernährung komplett zu überdenken.
Der Trend in der Gesellschaft zeigt in eine andere Richtung: die fleischlose/ fleischarme Ernährung setzt sich mehr und mehr durch.
 
Und das ist auch gut so.
Wir wissen alle, dass ein hoher Fleischkonsum längerfristig nicht mehr mit einer gesunden und nachhaltigen Lebensweise vereinbar ist.
 
Aber das ist nicht mein Thema.
 
Ich möchte hier darüber schreiben, wie gut es sich anfühlt, wenn man alte Überzeugungen über Bord wirft.
 
Denn: wir haben ein klar definiertes Selbstbild im Kopf.
Überzeugungen, die wir vor uns her tragen und mit denen wir uns identifizieren.
 

Du kannst deine Überzeugungen ändern.

 
Dir stehen nur Kurzhaarfrisuren?
Du könntest dich nie selbständig machen, denn du brauchst die Sicherheit eines Angestellten?
Du magst Katzen lieber als Hunde?
Wenn du aufstehst, brauchst du erstmal einen Kaffee?
 
Und siehe da, ein Schubser von außen und es geht auch anders.
 
Überzeugungen sind dazu da, überprüft zu werden.
 

Deine Persönlichkeit fällt nicht gleich zusammen, nur weil du deine Einstellung veränderst.

 
Plötzlich ein Auto kaufst, obwohl du doch bislang immer überzeugter Radfahrer warst.
 
Es geht ja nicht darum, sich ständig und radikal zu verändern.
Und du musst dich ja auch nicht gleich um 180° drehen.
 

Es geht darum, deine Überzeugungen an die Person anzupassen, die du heute bist.

 
Ich esse zum Beispiel immer noch sehr wenig Fleisch und achte darauf, dass es möglichst nachhaltig hergestellt ist.
Und wenn nicht? Dann esse ich es trotzdem.
 
Ich habe einfach eine andere Haltung eingenommen.
 
Ich habe einen neuen Aspekt in mein Leben gelassen, den ich vorher kategorisch ausgeschlossen hatte.
Und ich fühle mich bereichert und befreit.
 

Wundern tun sich nur die Anderen.

 
 
 
#Lesetipp: Warum du deine Komfortzone verlassen solltest.
 
 
An welchen Überzeugungen hältst du fest, obwohl sie vielleicht nicht mehr zu dir passen? Rein damit in die Kommentare!

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9 Comments

  • Reply
    Sascha Planert
    29. Mai 2015 at 11:46

    Ich finde ebenfalls, dass man nicht an seinen Überzeugen zwanghaft festhalten sollte. Falls man sich dabei ertappt, sollte überlegt werden, ob dadurch die eigene Entwicklung gebremst wird. Das Klammern an Eigenarten ist ein guter Indikator für Angst vor Veränderungen. Auf dem Weg der eigenen Entwicklung verändert man sich eben. Im Sinne des persönlichen Wachstums ist das auch notwendig.

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      29. Mai 2015 at 12:01

      Hallo Sascha,
      ich bin völlig deiner Meinung. Selbstentwicklung setzt voraus, dass man sich verändert.
      Gewohnheiten sind dabei leichter zu verändern als Überzeugungen.
      Oft haben wir uns diese schon vor Jahren zugelegt und wir bleiben dabei, obwohl sie eigentlich nicht mehr zu uns passen.
      Danke für deinen Beitrag,
      Sabine

  • Reply
    Sonja
    29. Mai 2015 at 17:45

    Netter Artikel! Ich habe 20 Jahre gedacht ich sei ein Hundemensch und seit ca. einem Jahr glaube ich, dass eine Katze vielleicht besser gepasst, mein Leben aber auf jedenfall anders bereichert hätte, als meine Hündin es getan hat.

    Ein pooliges Salute!
    Sonja 🙂

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      29. Mai 2015 at 17:48

      Hey Sonja,
      super Beispiel!
      Komisch, dass wir uns so gerne festlegen … und um so besser, wenn wir unsere Überzeugung widerlegt bekommen =)
      Liebe Grüße,
      Sabine

  • Reply
    Nicole
    29. Mai 2015 at 22:03

    Ich bin auch der Meinung, dass man seine Überzeugungen hinterfragen sollte. Ich komme des öfteren dahinter, dass Überzeugungen gar nicht die meinen sind. Dass dies oftmals auch Muster (Überzeugungen) sind, die wir von Klein auf von den Eltern übernommen haben 😉 Dies zu erkennen, bringt mich meinen näher 😉 Alles Liebe, Nicole

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      30. Mai 2015 at 9:57

      Hallo Nicole,
      die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht!
      Überzeugungen aber auch Ängste kommen manchmal garnicht von einem selbst.
      Das tolle dabei: sobald man das erkannt hat, ist man sie eigentlich schon los =)
      Lieben Gruß, Sabine

  • Reply
    Alex Müller
    1. Juni 2015 at 6:57

    Hey Sabine,

    ein sehr schöner Denkanstoß. Das macht auch völlig Sinn, seine eigenen Grundsätze laufend zu hinterfragen. Schließlich fußen die eigenen Grundsätze zu großen Teilen auf Erfahrungen. Je mehr und je mehr unterschiedliche Erfahrungen man macht, desto wahrscheinlicher wird es, dass sich auch der Blickwinkel auf bestimmte Dinge ändern kann. Ich bin sowieso kein Freund zu extremer Positionen.

    Ich liebe Deinen Schlusssatz: „Wundern tun sich nur die Anderen.“ So ist es nämlich wirklich. So lange man nämlich einfach nur aus Überzeugung auf Fleisch verzichtet und nicht rumposaunt, man wäre der Vorzeigevegetarier, ist alles erlaubt 🙂

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      1. Juni 2015 at 9:15

      Hallo Alex,
      ich stimme dir zu, wenn du sagst, dass unterschiedliche Erfahrungen zu neuen Blickwinkeln auf Dinge führen.
      Anders herum ist es aber auch richtig: wenn wir die Dinge aus neuen Blickwinkeln heraus betrachten, ändern sich auch unsere Erfahrungen.
      Egal wo wir anfangen – es lohnt sich tatsächlich, Überzeugungen zu hinterfragen.
      Danke für deinen Beitrag!
      Liebe Grüße,
      Sabine

  • Reply
    Sabrina
    16. Juni 2015 at 10:33

    Liebe Sabine,

    danke dir für diesen wunderbaren Beitrag, der für mich auch viel mit dem Thema Authentizität zu tun hat. Mich so zu zeigen, wie ich bin – Wandlung einbegriffen! Und damit immer wieder eigene wie auch die Bilder der anderen von mir über Bord zu werfen. Und zu erkennen: Auch das bin ich! Auch diese Facette, dieser Aspekt, gehört zu mir (und darf sich gleichwohl jederzeit wieder wandeln!)!

    Alles Liebe,
    Sabrina

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