Einfachheit

Dieser Sommer ist besonders

Ein leichter Sommer. Heiß und lebendig. Und dieses Jahr fast ohne Verpflichtungen.
 
Ich habe es mir fest vorgenommen und es gelingt mir nur bedingt: der Versuch, diesen Sommer möglichst frei von festen Terminen zu halten.
Nur Dinge zu unternehmen, die sich spontan ergeben und mir wirklich am Herzen liegen.
Wochenenden möglichst planlos zu verbringen – für Leichtigkeit, Intensität und Freiheit.
 

Denn der Sommer vergeht so schnell und er ist so wunderbar.

 
Auf der einen Seite ist es natürlich irre verführerisch, die Zeit mit den tausend Dingen zu füllen, die sich alle so spannend anhören.
Freunde erzählen darüber, was sie erleben – und sofort meldet sich die innere Stimme: ich will auch!
 
Dann ist es nicht so ganz leicht, sich bewusst Raum und Zeit zu nehmen, um in den Tag hineinzuleben.
 
Aber wenn es gelingt, fühlt es sich ganz leicht an: gemeinsame Aktivitäten spontan zu starten oder einfach alleine baden zu gehen.
 
Ich versuche, meine Tage in diesem Sommer möglichst unstrukturiert und unverplant zu belassen.
Und auch wenn ich vielleicht das ein oder andere Event verpasse, so genieße ich doch den Freiraum für andere – mir wichtige – Dinge.
 
Lesen, nachdenken oder einfach nur Löcher ins Blaue schauen.
Später noch ein Glas mit Freunden trinken, den Abend in die laue Nacht verlängern und dann auf dem kühlen Balkon übernachten.

 

Zu viele Verpflichtungen verhindern ein einfaches Leben.

Sie loszulassen kann manchmal ein wenig schmerzhaft sein – für andere aber auch für mich.
Plötzlich erfülle ich die Erwartungen nicht mehr.
Das ist schwierig und ungewohnt. Absagen, ohne einen „richtigen“ Grund zu haben, wird nicht wirklich akzeptiert.
Aber da ich beschlossen habe, ehrlich zu mir und anderen zu sein, schiebe ich keinen Grund vor. Ich versuche, meine Situation möglichst begreifbar zu machen.
Und klar, manchmal „verpasse“ ich tatsächlich etwas…
 
Einladungen, Veranstaltungen, Aufgaben. Unser Leben ist voll von ihnen.
Zu voll.
Wir gehen laufend neue Verpflichtungen ein. In der Arbeit, in der Freizeit, gegenüber unseren Freunden, der Familie.
 
Aber sie verstopfen unseren Tag und nehmen uns die Freiheit, das zu tun, was gerade ansteht und was uns wichtig ist.
 
Keine Sorge: ich schreibe hier nicht vom ultimativen Egotrip.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir besonders viel beitragen können, wenn wir uns in den Bereichen engagieren, die wirklich zu uns passen.
Wenn wir unsere Talente und Fähigkeiten voll einsetzten, bewirken wir am meisten.
Und wenn es uns gut geht. Wir Kraft haben und uns nicht verzetteln.
 
Schau dir also deine Verpflichtungen im Detail an und frage dich: welche sind positiv und bereichern dein Leben?
Wo ist es wirklich wichtig, dass du dich einbringst?
Was machst du ausschließlich für andere oder weil du nicht „Nein“ sagen kannst?
Entspricht dein Engagement noch deinen Werten, passt es noch zu dir?
Unterstützt es die Lebensziele, die du dir gesetzt hast?
 

Und was würde passieren, wenn du eine Verpflichtung aufgeben würdest?

 
Diese Fragen sind nicht ganz leicht zu beantworten. Aber wenn du dadurch etwas entlarven kannst, das nicht mehr zu dir passt, ist es wert, sich damit auseinander zu setzten.
Und für die verbleibenden Aktivitäten wirst du mehr Begeisterung aufbringen, weil du genau weißt, warum sie wichtig sind.
 
Vielleicht fühlst du dich schuldig, weil du die Erwartungen der anderen nicht mehr erfüllst. Das ist völlig normal.
Aber denke daran: es wird eine riesige Erleichterung für dich sein, diesen Punkt aus deiner Liste streichen zu können.
 
Du hast dir Zeit geschenkt. Nutze sie und lebe.
 
Verbringe sie mit Menschen, dir dir wirklich wichtig sind oder widme sie deinen Zielen.
Du wirst dir selber dankbar sein, denn dein Leben wird um ein vielfaches einfacher werden.
 

Denn der Sommer ist kurz und will gelebt werden.

 
 
#Lesetipp: Was machst du aus deiner Zeit?
 
 
Und? Wie sieht es mit deinen Verpflichtungen aus? Kannst du Termine absagen? Oder kommt dir das „Nein“ nur schwer über die Lippen?
Und wie reagiert deine Umwelt, wenn du es doch tust?
 
Ich bin gespannt, über deine Erfahrungen zu lesen. Also rein damit in die Kommentare!

 
 
 

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4 Comments

  • Reply
    Die Kuh vom Eis
    6. August 2015 at 21:14

    Vielen Dank Sabine für diesen inspirierenden Blogbeitrag!

    Durch deine Gedanken musste ich spontan an eine Begebenheit denken, die mich zu folgender Frage führte: „Lebe ich das richtige Leben?“ so schoss es mir durch den Kopf… Was war geschehen:

    Er stöhnt ständig über die vielen Termine – beruflich und privat. Er kann sich nicht davon freimachen, „…ist halt so…“ nörgelt er mir entgegen. „Und dann noch dieses brachial heiße Wetter… Da macht das alles doch noch viel weniger Spaß!“. Als dann endlich sein langersehnter Sommer-Urlaub anstand, angeblich die schönste Zeit des Jahres, hörte man, er läge sowieso nur in seinem Garten rum, so ganz leidenschaftslos – unter dem alten Apfelbaum. Im ersten Moment klingt das nach echter Auszeit, doch bei genauerer Nachfrage, wie ihm die freie Zeit denn nun so schmecke, beginnt es wieder. Das große, unaufhörliche Stöhnen, Jammern – unzufrieden sein. Unzufrieden mit sich und seinem Leben.
    In einem längeren Gespräch wird deutlich, dass er selbst nie entscheidet, ob er Zeit für die vielen Termine bereitwillig haben will oder nicht. Ob er sich Zeit genussvoll für sich und sein Leben nehmen will oder nicht. Ob es Zeit ist etwas zu verändern oder alles so bleibt wie es ist…

    Dass er sein ganzes Leben lang nur gelebt wird und selbst nicht lebt, dämmert ihm nur nach und nach. Denn die Verantwortung für sich und seine eigenen Entscheidungen zu tragen, damit die persönliche Freiheit auch zu ihrem Recht kommt, hat er längst verlernt – womöglich nie gelernt. Sein Leben und das er-leben von vielen schönen Momenten und Begegnungen, die ständig um ihn herum passieren, könnte so viel abwechslungsreicher und erfüllender sein, als ausgepowert unter dem Apfelbaum zu liegen. Das Leben ist zu kurz, um diesem nur beim Vorüberziehen hinterher zu sehen. Warum handelt er nicht auch danach? Ich dachte, wir leben in einer Kultur, in welcher die persönliche Freiheit eines jeden geachtet würde. Es dürfte demnach doch gar nicht so schwierig sein, das Leben zu führen, welches man führen möchte. Oder etwa doch, etwa genau deswegen verheddert sich der „Mann ohne Zeit“ in zu viele Möglichkeiten? Er hält das beschriebene Szenario für seinen ganz eigenen Lebensentwurf und verliert Stück für Stück – ganz leise – den Kontakt zu sich selbst. Was bleibt ist das Jammern, das Stöhnen – die Unzufriedenheit, denn die Sehnsucht nach einem anderen Leben hat trotz schwierigster Rahmenbedingungen in ihm – in uns allen – dennoch überlebt. Und dass der Sommer nicht ewig ein Sommer bleibt, davon haben wir schon gehört. So ist es eben auch mit dem Leben. Das für uns passende Leben ist eben auch nicht für immer. Justieren wir es neu, haben wir den Mut dazu, denn dieser Mut wird belohnt! Das Leben in unserem ganz eigenen Tempo in Abständen wieder neu zu gestalten – ohne Begrenzungen zu denken! Unter dem Apfelbaum liegen, dafür bleibt doch immer noch Zeit… Oder?

    Herzliche Sommer-Grüße!

    Die Kuh vom Eis

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      9. August 2015 at 16:29

      Liebe Kuh vom Eis,
      interessante Beobachtungen, über die du da schreibst.
      Und spannend, dass dich diese Begebenheit zu der so wichtigen Frage führt: „Lebe ich das richtige Leben?“
      Manchmal verwundert es, zu sehen, wie wir (ja, auch ich hin und wieder) so leben, als würden wir noch ein zweites Leben geschenkt bekommen.
      Als wäre dieses hier ein Probelauf.
      Und das richtige Leben beginnt erst danach.

      Aber das ist ja bekanntlich nicht so.
      Unsere Zeit ist endlich.
      Worauf warten wir eigentlich?

      Lieben Gruß!
      Sabine

  • Reply
    Linda Be
    8. September 2015 at 13:48

    Hallo,
    an diesem Sommer mochte ich am meisten in Kiel ein paar Tage Urlaub zu machen.
    Ansonsten sind bei mir grad zwei Nachmittags Termine weggefallen. Und ich bin nur froh, weil ich vormittags noch arbeite. Eine Sache war, dass meine Tanzgruppe aufgelöst wurde. Eigentlich schade, aber das mache ich weiter, wenn ich nicht mehr arbeiten muss. Nun habe ich wieder Freiraum. Lg

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      8. September 2015 at 13:52

      Hallo Linda,
      unerwarteter Freiraum – besonders schön!
      Eine gute Zeit wünsche ich dir 😉
      Sabine

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