Zeit erleben

Vom Schenken

Ich sitze wie gewohnt in meinem Lieblingscafé – eigentlich um zu schreiben. Aber irgendwie bin ich heute nicht wirklich konzentriert bei der Sache.
Es ist überall spürbar und auch ich kann mich kaum entziehen: es ist bald Weihnachten.
 
Eine Zeit voller Aktivität, hin und her huschenden Menschen, die einem suggerieren, dass dies und jenes noch unbedingt erledigt werden muss.
 
Ich lasse mich recht gerne von dieser Energie anstecken, geht es doch darum, noch ein paar Sachen im alten Jahr zu erledigen und das neue Jahr vorzubereiten.
 

Trotz all dieser Hektik: ich mag diese Zeit. Ich mag die Vorfreude auf das neue Jahr und den feierlichen Abschluss des alten.

Ich finde die kribbelige Betriebsamkeit ansteckend und bekomme in dieser Zeit auch besonders viel erledigt.
 
Nur eines finde ich immer wieder extrem verstörend: den für diese Zeit typischen ungehemmten Konsum.
Plötzlich rennen selbst sonst sehr vernünftige Menschen völlig irre durch die Gegend, um noch das xte Geschenk zu jagen. Für Oma, Tante und Nichten, die ja sowieso schon alles haben.
Ich halte mich aus diesem Thema schon seit Jahren gezielt heraus, besorge so gut wie keine Geschenke, meide die Innenstadt.
 

All dieses Zeug, das niemand braucht – auf Teufel komm raus.

 
Denn sind wir mal ehrlich: das was wir wirklich haben wollen, kaufen wir uns doch oftmals schon während des Jahres einfach selbst. Oder?

 
Wir haben Alternativen. Wir können zum Beispiel einfach mal unsere Zeit verschenken. Dieses kostbare Gut, von dem wir so wenig zu haben scheinen.
Wie wäre es damit? Du würdest echte Wertschätzung zeigen – wer würde sich nicht darüber freuen?
 
Eine schöne Inspirationsquelle für diese Form des Schenkens ist die Seite Zeit statt Zeug. Hier findest du Beispiele, wie du deine Liebsten mit gemeinsamen Projekten überraschen kannst.
 

Sie werden es dir danken. Denn gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen sind um ein vielfaches wertvoller als der 5. Schal oder das 20. Buch.

 
Wenn du dir ernsthaft Zeit nimmst, wirklich da bist, tatsächlich zuhörst und dein Gegenüber einfach so sein lässt, wie er ist, verschenkst du etwas sehr Wertvolles.
 
Etwas das bleibt und nicht im nächsten Regal verstaubt.
 

Schenke Zeit. Das können ein paar Stunden sein, ein ganzer Tag oder sogar ein gemeinsames Wochenende. Unvergesslich.

 
Ein schöner Ort mitten in der Natur, ohne Ablenkung sondern mit viel Gelegenheit für Gespräche, gemeinsames Kochen und Abenden vor dem Kamin.
 
Hier findest du einige Orte, die ich empfehlen kann. Für die Vorfreude kannst du das angehängte Exposé ausdrucken und unter den Weihnachtsbaum legen.
 
Für die gute Freundin, die ein schwieriges Jahr hinter sich hat oder deinen Lebenspartner, der schon so zu lange wie selbstverständlich an deiner Seite lebt.
 

Schenke dich. Deine Zeit. Deine Aufmerksamkeit.

 
 
 
Ich freue mich über Kommentare! Schreibe uns doch, was du dieses Jahr verschenkst. Könntest du dir vorstellen, einfach deine Zeit zu verschenken?

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4 Comments

  • Reply
    Wolfram
    25. November 2016 at 10:11

    Hallo Sabine,
    ich halte mich auch schon seit Jahren aus diesem gewusel raus. Wir haben uns schon letztes Jahr als Familie zusammengesetzt und jeder hat über sein Jahr berichtet und erzählt, was er sich für das nächste Jahr wünscht. Ganz gemütlich unter dem Weihnachtsbaum. Vorlesen, gemeinsam spielen und gemütlich mal alle vor dem Fernseher. Auch für unsere Kinder fällt es uns zusehend schwerer, etwas sinnvolles zu schenken, außer Zeit und Liebe.

    Danke für Deine Gedanken

    Wolfram

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      25. November 2016 at 10:48

      Lieber Wolfram, das hört sich sehr schön an. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie gemütlich es bei euch an Weihnachten ist. Wunderbar. Danke für deinen Beitrag! Sabine

  • Reply
    Kornelia Nachtigall
    25. November 2016 at 15:03

    Liebe Sabine, du sprichst mir aus der Seele! Dieser unendliche Konsum nervt mich wirklich. Ich meide die Innenstädte zu dieser Zeit auch! Das ist nur Stress. Wir haben das Schenken sehr eingeschränkt. Es gibt z.B. selbstgestrickte Socken oder ähnliches. Etwas, was ich speziell für diesen lieben Menschen hergestellt habe. Dein Tipp mit der Zeit ist toll. Du hast es auch wunderbar beschrieben. Vielen herzlichen Dank für diese Anregung.
    Wünsche dir eine Zen-Adventszeit 🙂
    Liebe Grüße, Kornelia

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      25. November 2016 at 15:44

      Liebe Kornelia – schön, dass dich der Artikel inspiriert. Wenn ich handwerklich begabt wäre, würde ich das machen wie du 😉 Dir auch eine gute Zeit, Sabine

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