Einfachheit

Wie viel brauchst du wirklich?

Die vergangenen Jahre habe ich mich nicht eingeschränkt.
Ich habe mich einfach darauf konzentriert, mir ausschließlich das zu kaufen, was ich mir wirklich wünsche.
Und an allem anderen vorbeizugehen.
 
Und obwohl ich insgesamt weniger ausgegeben habe, entstand ein Gefühl von Fülle und nicht von Mangel.
 
Ich habe mir gut überlegt, wofür ich Geld mein Geld einsetze. Was bei mir bleiben darf und was gehen muss.
Es wurden unnötige Ausgaben gestrichen, Abonnements gekündigt und Spontan- und damit oft Fehlkäufe minimiert.
 
Ich habe mich darauf konzentriert, zu genießen, was schon da ist und zu schätzen, was sich mir zeigt.
 
Und dabei habe ich mir alles gegönnt, was mir wirklich Freude bereitet. Wie zum Beispiel gutes und gesundes Essen und meine Reisen.
 
 

Ich bin verblüfft, welche Auswirkungen diese Haltung hat:

 
1. Ich habe mehr Zeit, da ich mich um weniger Dinge kümmern muss. Denn diese wollen eingekauft, unterhalten und dann wieder entsorgt werden.
 
2. Ich habe mehr Geld, um mir Wünsche zu erfüllen, die ich mir vorher nicht leisten konnte.
 
3. Mehr Geld bedeutet für mich mehr Sicherheit und weniger Angst. Mehr Freiheit.
 
4. Mein Leben ist einfacher geworden, weil ich gelernt habe, klarer auszuwählen, was mir die Mühe wert ist und was nicht.
 
 
Alles in allem also eine große Bereicherung für mich.
 
Oder um es mit den Worten von José Mujica zu sagen:
„Wir haben Berg von überflüssigem Bedarf angehäuft. Ständig müssen wir kaufen, wegwerfen, kaufen, … Es ist unser Leben, das wir verschwenden. Denn wenn wir etwas kaufen, bezahlen wir nicht mit Geld. Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit, die wir aufwenden mussten, um dieses Geld zu verdienen. Der Unterschied ist: Leben läßt sich nicht kaufen. Es vergeht einfach. Und es ist schrecklich, dein Leben zu verschwenden, indem du deine Freiheit verlierst.“
 
Ich finde, besser und klarer kann man es nicht ausdrücken.
 
Da ich selbständig bin, kann ich meistens steuern, wie viel ich arbeite. Mit mehr finanzieller Sicherheit im Rücken kann ich Aufträge ablehnen, die nicht zu mir passen, muss einen Kunden nicht um jeden Preis halten. Ich arbeite zu 90% ortsunabhängig und empfinde das als großen Luxus.
 
Wenn du angestellt bist, macht dich diese Haltung unabhängiger.
Du hast weniger Angst, deinen Arbeitsplatz zu verlieren. Du kannst darüber nachdenken, deine Arbeitszeit zu reduzieren.
Oder du baust genug Reserven auf, um einen Arbeitsplatz zu suchen, der besser zu dir passt.
 
Der Schlüssel zu mehr Unabhängigkeit ist der bewußte Umgang mit Geld.
 

Es geht um Ziele, Fokus und die Definition von Werten.
Es geht nicht um Verzicht.

 
Was ist wichtig? Willst du das wirklich? Was belastet dich vielleicht sogar?
Wann ist genug?
 
In den Worten von José Mujica klingt das so:
„Ich bin nicht arm. Vielmehr ist derjenige arm, der nur arbeitet, um ein aufwändiges Leben zu führen und stets nach noch mehr strebt.“
 
Zeit ist unsere Währung – nicht Geld.
Bewusst erlebte Lebenszeit ist ein Geschenk, mit dem wir sorgsam umgehen sollten.
 
Ich genieße meine Freiheit – und kann mir nur schwer vorstellen, sie zu Gunsten von mehr Konsum aufzugeben.
Nur durch diese Freiheit ist es mir möglich, diesen Blog zu schreiben und andere lang gehegten Wünsche und Projekte anzugehen.
 
„Um zu leben, braucht man Freiheit. Und um Freiheit zu haben, braucht man Zeit. Wenn ich mich um ein großes Haus kümmern muss, um dieses und jenes, dann bleibt mir doch keine Zeit mehr. Ich bevorzuge, so viel Zeit wie möglich zu haben, um das zu tun, was mir gefällt. Und das ist die Freiheit. Ich lebe so schlicht, um Zeit zu haben.“
José Mujica, ehemaliger Präsident von Uruguay
 
Punkt.
 
 
# Lesetipp zum Thema: Was machst du aus deiner Zeit?
 
 
Auf was kannst du verzichten? Erlebst du ein Gefühl von Mangel? Kannst du den Zugewinn an Freiheit spüren? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren!
 

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8 Comments

  • Reply
    Mischa
    1. Oktober 2015 at 9:57

    Hi Sabine,

    ja, ja und nochmal ja!

    Lieben Dank für das Ghostwriting 😉

    Mischa

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      1. Oktober 2015 at 10:40

      Sehr gerne, Mischa! 😉
      Lieben Gruß, Sabine

  • Reply
    Anna
    1. Oktober 2015 at 11:27

    Wow, ein toller Beitrag, liebe Sabine!
    Ganz genauso sehe ich das auch! Und ich merke, wie ich immer wieder damit anecke. Inzwischen ist mir das herzlich egal. Denn ich finde, dass die anderen arm sind – diejenigen, die das nicht verstehen. Letztens hatte ich eine fiese Autopanne in einer fremden Stadt. Als der Wagen abgeschleppt wurde, war ich aber schon wieder heiter. Ich hatte mich damit abgefunden, eben kein Auto mehr zu haben. Es gibt wirklich Schlimmeres, ich brauche es nicht sehr oft. Der junge Mann vom Abschleppdienst meinte, dass er am Wochenende 12 Stunden arbeitet – und das neben seinem regulären Job! Damit er sein Traumauto abbezahlen kann!!! Mir ist echt übel geworden – er sah super gestresst und gar nicht gesund aus! Ernsthaft? Für ein Auto (das man gebraucht schon ab 2000 anstatt ab 20 000 haben kann)? Das ist mir vollkommen unverständlich. Wenn meins jetzt nicht mehr fährt (das weiß ich noch nicht), dann hab ich eben kein Auto mehr. Auch okay. Dafür habe ich auch keine Pannen mehr und auch keinen Stress mit Werkstatt, etc., sprich: mehr Zeit. Perfekt! 🙂
    Ganz liebe Grüße
    Anna

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      1. Oktober 2015 at 11:46

      Liebe Anna,
      danke für dein Feedback!
      Ja manchmal fragt man sich, was andere antreibt. Aber es gibt keine Patentlösung, letzlich muss jeder herausfinden, was wirklich wichtig für ihn ist. Und wenn es das Traumauto ist, na klar. Wenn es ihm das tatsächlich wert ist, warum nicht? Ich denke, oft denkt man nicht darüber nach, warum man etwas will und oft sind die Bedürfnisse nicht echt sondern durch Werbung oder unser soziales Umfeld entstanden. Und dafür dann Lebenszeit verschenken? Nein danke!
      Dir einen lieben Gruß, Sabine

  • Reply
    Suzanne
    2. Oktober 2015 at 13:08

    Liebe Sabine,

    wow! Toll auf den Punkt gebracht. Ich sehe das ganz genauso wie Du und bin auch seit ca. einem Jahr sehr eingeschränkt im Konsum. Das „erleichtert“ mich ungemein.

    Was für mich dann zusätzlich noch dazu gehört, ist auszumisten – den ganzen Krempel, den man mit den Jahren angehäuft hat auszusortieren. Sich zu fragen: Was benötige ich davon wirklich noch, was bereichert mein Leben und was ist mehr Last? Diesen Schritt möchte ich noch tun. Meine Wohnung ist viel zu voll gerümpelt (vom Keller will ich gar nicht erst anfangen 😉 ).

    Aber auch das werde ich noch angehen. Vielen Dank für die Erinnerung 🙂

    Alles Liebe
    Suzanne

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      5. Oktober 2015 at 8:55

      Liebe Suzanne,
      Ausmisten ist großartig und du wirst dich befreit fühlen.
      So ist es mir zumindest gegangen …
      Liebe Grüße,
      Sabine

  • Reply
    Carmen
    3. Oktober 2015 at 8:29

    Ich stimme dir und Jose vollkommen zu. Freedoooooom

    liebe Gruesse Carmen

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      5. Oktober 2015 at 8:57

      Danke Carmen 😉
      LG Sabine

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