Achtsamkeit

Wetten, du brauchst ihn auch?

 

Der Kick von aussen.

 
 
Kennst Du das?
Du sitzt im Café. Und du hast dir ein leckeres Getränk bestellt.
 
 
Eigentlich ist alles perfekt.
 
 
Aber – irgendetwas stimmt nicht.
Irgendetwas fehlt.
 
Dabei hattest du dich auf diesen Moment gefreut, in dem du endlich Ruhe hast – dir ´was gönnst.
 
Und jetzt? Jetzt ist die Bedienung zu langsam, du hast immer noch kein Getränk bekommen.
Wann kommt die denn endlich?
 
 
Die Gäste am anderen Tisch sind zu laut und – Mist! Du hast nichts zu lesen mitgenommen.
 
Ein ungutes Gefühl steigt in dir hoch.
Vielleicht war das doch keine so gute Idee, hierher zu kommen.
Ist heute wohl nicht der richtige Tag, um sich ´was zu gönnen.
 
 
Das ungute Gefühl bleibt.
 
 
Fühlt sich an wie: Unruhe. Anspannung.
Ist auf jeden Fall sehr unangenehm.
 
Also ein Blick aufs Handy.
Aber es ist nichts passiert in den letzten 2 Minuten.
 
 
Am liebsten würdest du gleich zahlen.
Wo bleibt die denn bloß mit meinem Getränk?
 
 

STOP !!!

 
 
Atme erstmal durch.
 
 
Und atme nochmal.
 
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So oder so ähnlich hat diese Situation wahrscheinlich jeder von uns schon mal erlebt.

 
Manchmal kommt auch nur eine Freundin zu spät zu einer Verabredung.
Und da sitzt man dann.
 
Und weiss nicht, was man mit sich anfangen soll.
 
Weil es so unangenehm ist, versuchst du diese Momente zu vermeiden.
Stimmt´s?
Geht mir genauso.
Wenn von aussen nichts kommt, fühle ich mich manchmal seltsam unruhig und deplatziert. Verloren.
Vor allem in der Öffentlichkeit.
 
Ich bin es gewohnt, diese Momente zu füllen – mit was auch immer.
 
Ist doch verrückt, oder?
 
Wenn man uns von aussen betrachten würde, wie wir da im Café hocken, könnte man behaupten, dass es uns an nichts fehlt.
Im Gegenteil.
Von aussen gesehen leben wir in einem nahezu paradiesischen Zustand.
 
 
Nützt ja nichts – das innere Erleben ist anders.
 
 
Wir haben verlernt, den inneren Reichtum zu spüren, uns zu spüren.
Vor lauter „Aussen“ können wir das „Innen“ nicht mehr sehen.
 

Wir wissen nicht mehr, dass alles was wir brauchen, schon da ist.

 
 
Von Mangel keine Spur.
 
 
Atme.
 
 
Und atme nochmal.
 
Schau dir dein Gefühl genau an.
 
Du kannst es aushalten.
 
außen_3
 

Der Kick von aussen

 
Oft können wir das „Innen“ nicht erleben, versuchen diesen Moment zu vermeiden.
Der Blick nach aussen scheint zu helfen.
Die Bedienung, die Gäste am Nebentisch, das Handy.
 
 
Das können wir, das haben wir gelernt.
Ablenkung.
Oder „Weglenkung“.
Wir lenken unsere Aufmerksam weg von dem was gerade da ist – weg von dieser Leere und richten sie auf äussere Dinge.
 
 
Das klappt. Erstmal.
 
Aber nicht lange.
 
 

Dann brauchen wir ihn erneut, den Kick von aussen.

 
 
Und so verbringen wir viel Zeit und merken es nicht.
Selbst in eigentlich angenehmen Situationen sind wir ständig dabei, den jetzigen Moment zu vermeiden, um zum nächsten zu kommen.
 
Und wir wundern uns, dass das Leben an uns vorbeirast?
 
Wenn wir ständig versuchen, den Moment zu vermeiden, um zum nächsten zu kommen, vermeiden wir das Leben.
 
 
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Wenn du das nächste Mal in eine ähnliche Situation kommst, erinnere dich daran.

 
Erstmal tief durchatmen.
 
Das Gefühl genau beobachten.
Wo sitzt es, wie fühlt es sich an und wie äußert es sich rein körperlich?
(Magengrube, Herzgegend, …)?
 
Bleib mit der Aufmerksamkeit beim körperlichen Empfinden. Beobachte.
 
Dann – ganz langsam – löst es sich auf.
Wird immer schwächer und verschwindet dann ganz.
 
 
Glaube mir: das fühlt sich großartig an…
 
 
 
Kennst du dieses Gefühl? Teile Deine Erfahrung mit den anderen Lesern. Wir freuen uns über deinen Kommentar!
 
 
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2 Comments

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    Reply
    Jörg K. Unkrig
    26. Januar 2015 at 13:16

    Wer braucht ihn nicht manchmal: den Impuls von außen, von jemanden, der nichts mit uns zu tun hat oder eben ganz viel, den kleinen Anstoß, der soviel bewirken kann.
    Nette Geschichte, die wahrscheinlich jeder/jede von uns so oder so ähnlich schon einmal erlebt hat.

    • LessWorkMoreZen
      Reply
      LessWorkMoreZen
      26. Januar 2015 at 14:16

      Hallo Jörg,

      Ja – der Impuls von außen kann auch sehr schön sein.
      Vor allem, wenn er auf leichtem Fuß zu uns kommt und uns überrascht.

      Danke für deinen Anstoß,
      Sabine

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