Achtsamkeit

Wie du Rechtfertigungen ein Ende setzt.

rechtfertigungen

Es passiert komplett automatisch.
Und ich kann es kaum verhindern.
 
Ein vermeindlich kritischer Blick, ein kurzes Zögern meines Gegenübers und sofort bin ich im Rechtfertigungsmodus.
 
Wie aus der Pistole geschossen liefere ich den Grund dafür, dass mein Verhalten richtig war.
 

Ich bin eine Meisterin der Rechtfertigungen.

 
Kaum kommt ein Einwand, sprudeln schlagkräftige Argumente, die jeden Zweifel über die Berechtigung meiner Handlung hinwegfegen.
Ich verteidige mich gegen Vorwürfe, bevor sie überhaupt hervorgebracht werden.
 
Vorschnell begründe ich meine Wahl.
 
Das ist anstrengend. Und das nicht nur für mich…
 
Nicht selten verstricke ich mich in Erklärungen und Argumente und lasse mein Gegenüber erstaunt zurück.
 
Kennst du das?
 
Warum gehen wir von vornherein davon aus, dass wir uns erklären müssen?
 
Warum nur sehen wir uns in der Schuld, etwas verteidigen zu müssen, was wir bewusst und frei so entschieden haben?
 
Wir urteilen. Ständig. Dies ist richtig – jenes ist falsch.
Diese Denkweise ist tief in uns verwurzelt.
 
Und damit beginnen unsere Probleme. Wir verurteilen uns, bevor es jemand anderes tut.
Wir befreien uns vorschnell von dem Verdacht, etwas unüberlegt getan zu haben.
 
Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst und schwächen uns damit selbst.
Nicht nur im beruflichen Bereich, wie dieser Artikel von Dr. Bernd Slaghuis überzeugend darlegt, sondern auch in unserem privaten Umfeld.
 
Wir rechtfertigen Handlungen und Entscheidungen, die in der Vergangenheit liegen. Wir sehen nicht, dass wir die Entscheidung auf Grund der Informationen gefällt haben, die wir zu dem Zeitpunkt hatten.
Im Rückblick mag das die falsche Wahl gewesen sein, aber hinterher ist man doch immer schlau wie ein Fuchs, oder?
 
 

Aber wie lernst du, ohne Rechtfertigungen auszukommen?

 
1. Beobachte: In welchen Situationen erklärst du, warum dein Verhalten richtig war? Gibt es bestimmte Personen, gegenüber denen du dich besonders häufig rechtfertigst? Was treibt dich an? Wie fühlst du dich dabei?
 
2. Definition deiner Werte: Wenn du klar definiert hast, auf welcher Basis du deine Entscheidungen treffen willst, kannst du auch schnell und spontan entscheiden. Du wirst sicherer in deiner Wahl. Verinnerliche diese Werte und es gibt es keinen Grund mehr, dich zu rechtfertigen.
 
3. Integrität: Du befähigst dich, analog deiner inneren Werte und Bedürfnisse zu handeln. Deine versteckten Zweifel und die Widersprüche, die dein Gegenüber instinktiv spürt, verstummen und deine Aussagen stimmen mit deinen Handlungen überein. Man kann sagen, dass du dein Sein und Tun in Einklang bringst. Und sofort strahlst du mehr Klarheit und Integrität aus.
 
4. Authentizität: Sei echt. Ohne Anpassung durch die Leben zu gehen, spart nicht nur unglaublich viel Kraft sondern nimmt dir die Angst „unpassend“ zu erscheinen. Du musst dich nicht mehr verstellen, du weißt, dass du ok bist, so wie du bist.
 
5. Dialog: Kommuniziere deine Perspektiven und Beweggründe ohne dich zu rechtfertigen. Übernimm die volle Verantwortung für dein Handeln, verurteile dich nicht. Und falls du tatsächlich einen Fehler gemacht hast – so what! Steh dazu und entschuldige dich.
 
 
Letztlich geht es – wie so oft – darum, die Verantwortung zu übernehmen. Für dein Leben, für dein Handeln. Und den unnötigen Energieverlust zu vermeiden, der dadurch entsteht, dass du deine getroffenen Entscheidungen ständig hinterfragst.
 

Mach dich nicht kleiner als du bist.

 
 
#Lesetipp zum Thema: Grosse Probleme – Kleine Probleme.
 
 
Wie sieht es mit deinem Hang zu Rechtfertigungen aus? Wann erklärst du dich vorschnell, um ja nicht „unpassend“ zu erscheinen? Bist du dir dessen bewusst?

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